Akutriebwagen AT1 Umbau 23.April.2006
Umbauanleitung: Verwendet wird ein Fleischmann 8794 oder 8792 3-achsiger Abteilwagen, ein SB Antrieb 43,5mm Achsabstand, sowie 2 Führerhaus Ätzteile von G. Wiencirz.
In einem Beitrag des Eisenbahn-Magazins fand ich eine Zeichnung mit Foto des ersten preußischen Akkutriebwagens. Da diese Wagen aus Beständen der Bauart Berliner Stadt- und Vorortwagen 1906 auf Betreiben des Baurats Wittfeld umgerüstet wurden, die dem Fleischmann Wagen sehr ähnlich sehen, hier der Umbauvorschlag. Die Führerstände wurden als Bremserhausähnliche Vorbauten außermittig auf die Stirnwände gesetzt. Die 180zelligen Batteriekästen wurden unter die Sitze verteilt, darum musste auch die Mittlere Achse verbleiben um die zusätzlichen 11 t Gewicht zu tragen. Die Batteriekästen wurden durch seitlich angebrachte, trompetenförmige Staurohre belüftet, die auf jeder Wagenseite entgegengesetzt ausgerichtet waren. Fahrbereich war mit 300 Ah Batterie ca. 100 Km. Wirkung auf zwei ständig in Reihe geschaltete Gleichstrom-Reihenschlussmotore a´ 50 PS mit Antrieb auf die äußeren Radsätze. Auf dem Dach befand sich ein belüfteter Kasten in dem die Anfahrwiderstände untergebracht waren die auch zum Bremsen benutzt wurden. Einsatzgebiet KED Mainz unter Nummern 1751 - 1755, 1851 - 1855. Zielorte von Mainz waren Oppenheim, Ingelheim, Rüsselsheim, Gau Algesheim. Im Jahr 1920 Verkauf von 2 Wagen an die Bad Eilsener Kleinbahn. Die restlichen Wagen verblieben mit Modifizierungen bei der DRG in Hamm und wurden 1940 bis 1943 ausgemustert. Also ein gutes Vorbild für Epoche-Fahrer.
So
sah einer der Vorbildwagen aus. Batterien unter den hier hochgeklappten
Sitzbänken.
Und
so
soll der Nachbau aussehen, hier auf einem Modul des Modulbau Team Köln Bonn,
MTKB.
Die
Führerstände als Neusilber-ätzteile.
1)
Die Führerstände sind
zusammengelötet. das Dach ist aus einem Reststreifen Ns-Blech 0,2mm.
2)
Der Wagen wird demontiert. Die Fenstereinsätze werden erst nach der
Bearbeitung wieder eingeklebt, das Ballasteisenblech entfällt. Die Stufen
werden auch erst am Schluss eingeklebt.
3) Der
Wagenkasten erhält auf jeder Seite einen ca. 2mm tiefen Einschnitt in Größe
des Führerstandes. Führerstandsboden sitzt auf dem Plastikvorsprung auf,
damit hat man die Originalhöhe der Führerstände. Wichtig ist, erst die
Führerstände zusammenzulöten und deren Maß dann außermittig
auf den Wagen zu
übertragen. Ausgeschnitten wird mit einem Skalpell entlang eines kurzen
Stahllineales. Führerhaustür fluchtet mit Oberlichtkante rechts.
3b)
Führerstände
eingepasst, jedoch noch nicht eingeklebt da sie noch einzeln lackiert werden.
Gesamte Dachfläche plan gefeilt. Dazu beklebt man eine Holzleiste mit
Schleifpapier und benutzt sie wie eine Feile.
4)
Das Fahrgestell wird
bearbeitet. Achsen entnehmen, Puffer abschneiden, Flächen gerade feilen, MS
vierkant Vollprofil ablängen, Löcher für Puffer und Kupplungsatrappen bohren
und aufkleben.
5)
Auf die Pufferbohle
wird ein Stück Riffelblech geklebt, (hier im Bild je zwei Stück weil nichts
anderes vorhanden war.) Die Stützen des Führerhauses werden später auf das
Riffelblech gelötet.
6)
Der
Ausschnitt für den SB Maxon Antrieb wird angezeichnet und ausgefräst. Wichtig
ist, den Schnitt in der Mitte exakt so breit wie die Messing Motorhalterung zu
machen, da hier später die Halterung mit Motor bündig mit der
Wagenbodenunterseite mit Uhu-Plus eingeklebt wird. Dadurch fluchten die
Raddurchmesser des Antriebes mit den Original-Achslagerblenden. An den
erweiterten Seiten nicht zu tief fräsen damit die Bremsbacken erhalten
bleiben. Digitalisierer löten die seitlichen Kabel vor dem Einkleben ab.
Zum
Einkleben des Motorgestells in den Ausschnitt des Fahrgestells leistet eine
selber angefertigte Hilfslehre gute Dienste. Messing Vollprofil 2 x 3 mm wird
wie im Bild zusammengelötet. Abstand der Mittelstücke 12,5mm. dadurch
sitzen die Achslagerblenden auf der MS-Lehre auf, die Räder stehen auf dem
Boden und die Motorhalterung fluchtet genau mit Unterkante Wagenboden. So wird
mit wenig !! Kleber von Oben fixiert und nach Aushärten von unten
richtig geklebt.
7)
Digitalisiert mit einem
SLX831=DHL050 Selectrix Decoder. Pin 1 Motor oben im Bild, Pin 2 orange Motor
unten im Bild. Pin 3 rot von Schleifer vorne, Pin 4 blau Schleifer hinten und
Zusatzschleifer. Pin 5 weiß Licht vorne, Pin 6 gelb Licht hinten. Bei
Chip Led Beleuchtung wird Plus der Led 1 an Lichtausgang Decoder
gelötet, Minus LED an Plus LED zweite LED, Minus zweite LED an ca. 800 Ohm
1/4 Watt Widerstand welcher an Schleiferplatte blau angelötet wird.
8) Da
jede Stromabnahme von den Achsen wichtig ist habe ich an der
seitenverschiebbaren Mittelachse wenigstens noch einen Schleifer zusätzlich
angebracht. An ein Stück einer Mayerhofer HO Feder wird eine Litze gelötet
und diese auf ein Isolierplättchen ( Fensterfolie ) geklebt. Der Schleifer
übt wenig Druck auf die Achse aus, macht die Stromabnahme aber
sicherer.
9)
Die
"Trompeten" für die Batterieentlüftung kann man sich mangels
Drehbank auch aus Präzisions IC Fassungen herstellen. Einen Pin Herhauskneifen,
rechtwinklig biegen, mit Zange festhalten und mit Proxxon Trennscheibe
ablängen. Da diese Entlüftungen ein wichtiges optisches Erkennungsmerkmal
dieses Wagens sind, habe ich sie geringfügig größer gemacht.
10)
Nun werden die Löcher
für die Trompeten angezeichnet und mit Stiftenklöbchen per Hand gebohrt,
dann werden die Trompeten eingeklebt. Alle auf einer Seite in die gleiche
Richtung, andere Seite umgekehrt damit der Fahrtwind von vorn hereinblasen,
durch den Batteriekasten hindurch auf der gegenüberliegenden Seite
wieder austreten kann.
11)
Chip LED golden white
0603 Typ 300 MCD Conrad 185822 Stück 2,49 €
An Plus ein roter Kupferlackdraht an minus ein blauer um Verwechslungen zu vermeiden. Die vorhandenen Lampen müssen noch bearbeitet werden, da es Petroleumlampen sind und hier elektrische Lampen verwendet werden. Trotzdem die Lampen warmweiß sind sollte man noch einen Tropfen gelben Lampenlack benutzen um einen gelblich-weißen Lichtschein zu erhalten.
12)
Stellprobe noch ohne
Lampen. Dach Grausilber gespritzt was dem Fleischmann Original sehr nahe
kommt.
12)
Und hier mit Lampen,
Beschilderung, Schienenräumern, Kupplung, Rangierergriffen, Hupe, Kamin
und Luftblenden. Gut zu erkennen die "Trompeten an den Seitenwänden.