Kleine Hilfe zur Fehlereingrenzung bie N Loks digital & analog
2.
Bei aufgegleister Lok zwischen beiden Schienen auf Kurzschluss prüfen.
Dazu benutzt man ein Multifunktionsmessgerät, z.B. wie im Bild links von Conrad. Gemessen wird mit Einstellung Piepser / Diode. Ca. 1500 / 1700 mV können angezeigt werden und dieser Wert ist normal. Wenn es piepst ist ein Kurzschluss vorhanden. Gründe sind unter anderem verbogene Dampflokgestänge die mit den Rädern Kontakt haben, bei BR 96 von Arnold zwischen Befestigungslaschen der Leiterbahnen der Hartpapierabdeckung und dem Gestänge, vor allem in Kurven. ältere Fleischmann Loks mit Metall-Gestängebefestigung auf dem Rahmen bekommen Kurzschluß zwischen linkem und rechten Gestänge und den Rädern. Minitrix BR 01 alte Ausführung z.B. mit Metallhalterung beider Gestängehälften. Weiterhin prüfen auf durchgescheuerte Kabelisolation am übergang Lok / Tender, bzw. Kabelbruch im Schacht der Lok wo die Tenderdeichsel befestigt ist. Ein Radschleifer kann ebenso am Rad schleifen und gleichzeitig Kontakt zum masseführenden Gehäuse haben, hier muß die Feder justiert werden.
3.
Ab jetzt muß das Gehäuse
abgenommen werden. Hat
die Lok eine Schnittstellenbuchse wird zwischen dem Litzenanschluß oder
Platinenleiterbahnanschluß der Buchse und jedem einzelnen Pin des Decoders
gemessen ob eine leitende Verbindung besteht. ( Piepser ) Eine fehlerhafte
Verbindung kommt sehr häufig bei Minitrix Loks vor da hier die 6 Drähte des
Decoders durch kleine Kupferfedern der schwarzen Buchsenbrücke auf die
Platinenleiterbahnen gepresst werden. Zieht man bei der Digitalisierung die
Analogplatine heraus um den Decoder einzuschieben können die federn schon
verbogen werden und haben zu wenig Anpressdruck. Abhilfe: Buchsenbrücke
an beiden Seiten mit Skalpell oder ähnlichem ausrasten und die Federn
nachbiegen. Im Bild oben zu flache Federn, unten nachgebogen. Dann wird die
Brücke wieder eingerastet und beide Rastnasen mit wenig Sekundenkleber fixiert,
damit sich im Betrieb keine der Rastnasen lösen
kann. Die neueren Loks haben unter der Platine verschweißte Rastnasen die nicht
mehr von allein herausspringen können, sind hier die Federn zu schlaff
muß die Brücke abgeschnitten und durch eine Neue mit Rastung ersetzt
werden.
Besser
ist allerdings die Decoderpins hinter der Schnittstelle auf die Leiterbahnen
aufzulöten. Im Bild sind die kurz abgeschnittenen Drähte links zu sehen
welche aufgelötet wurden. Hier ist wichtig das Pin 1 keine verbindung mit der
leiterbahn von Pin 2 bekommt. bei anderen Platinenlayouts ist ebenfalls auf sehr
kurze Drähte zu achten.
Rocoschnittstelle
mit DHL100. Hier kann es vorkommen das der original Trix Decoder 66836 / 66838
mit angelötetem Computerflachbandkabel von der Drahtstärke her nicht
kontaktsicher ist. Abhilfe: Entweder die Buchse von den Leiterbahnen
rechts ablöten und den Decoder dort anlöten,
Oder
von der Analogplatine den Stecker ablöten und die einzelnen Pins an den
einzubauenden Decoder anlöten. Mit dem schwarzen Steckerteil zusammen passt der
Decoder nicht in die vorgesehene Vertiefung. Gleiches gilt für die Fleischmann
Schnittstelle, hier hat Fleischmann oft den Decoderplatz so klein bemessen, das
nur Fleischmann Decoder passen.
4. Prüfen der Kabelverbindungen Schienenschleifer und Pin 3 & 4. Mit einem Piepser wird auf gute Verbindung geprüft: Linke Schiene / rechte Schiene über die Räder und die Stromabnahmefedern und die Litzen bis an die Decoderpins 3 und 4. Dabei werden ebenfalls die Vor und Nachlaufachsen geprüft ob sie nach einer Reinigung wieder richtigherum eingesetzt wurden, bzw. ob die Druckfeder welche das Vorlaufgestell auf die Schienen drückt nicht verbogen ist und Kontakt zur falschen Schienenseite hat. Bei tenderloks gibt es Modelle, welche am Lokrahmen und am Tendergestell unterschiedliches Potenzial haben. ( Minitrix BR03 etc. ) Durch ein fehlendes Isolierplättchen an der Tenderdeichselbefestigung entsteht so ein Kurzschluß. Viele Loks haben mittlerweile Kunststoffdeichseln um dieses Problem zu umgehen. Wer die Räder des Tenders zur Reinigung ausgebaut hat sollte auf seitenrichtiges Einsetzen der Isolierten Radseite achten.
5. Prüfen der Kabelverbindung Motor - Decoderpins 1 & 2. Gemessen wird mit Piepser vom Decoderpin 1 zum Motoranschluß und Decoderpin 2 zum Motoranschluß. Ist hier eine einwandfreie Verbindung, dann müssen beide Motorkohlehalterungen abgezogen werden und die Kohlen, sowie die Andruckfedern auf Funktion geprüft werden. Oft hat eine der beiden Kohlen keine Verbindung zum Kollektor weil die Andruckfeder zu kurz oder ausgeglüht ist. Abgenutzte Kohlen oder Federn werden werden erneuert.
Der
alte Minitrixmotor kann als
letzes Mittel zerlegt werden. Dazu werden beide Laschen gerade gebogen, die
Schnecke von der Welle abgezogen und der Kohlehalter nach rechts entfernt. Nun
kann man den Kollektor mit Glashaarradierer reinigen, einen abgerissenen Draht
wieder anlöten sowie die Kollektorschlitze mit einem Holzzahnstocher reinigen.
Neue Federn und auch Kohlehalter gibt es als Ersatzteil.
Gleiches gilt für den Fleischmann Motor. Hier spreizt man den U förmigen Halter mit den eingeklebten Magneten und kann den Kollektor entnehmen.
Bei
Fleischmannloks gibt es Konstruktionen, bei denen zwei Federn links und rechts
auf die Motorkohlen drücken. Dieser Kontakt kann verloren gehen wenn die Lok zu
heiß wurde oder beim Decodereinbau. Dabei wird die Feder samt Niete mit der sie
im Kunststoff befestigt ist warm und die Feder entspannt sich im weichen
Kunststoff. Nach Erkalten ist natürlich kein Federdruck auf den Kohlehalter
mehr vorhanden und die Verbindung unterbrochen. Abhilfe: Feder nachbiegen oder
Litze vom Decoder direkt auf den Kohlehalter löten.
Die
Verbindung Pin 5 / 6 zur Lampe vorn / hinten wird Kabelbeschädigung
geprüft. Bei vielen Umbauten wird das Kabel direkt an die Birne gelötet und
zwischen Birne und Andruckfeder ein Stück Papier o.ä. als Isolierung
eingesteckt. Dieses Kann sich im Betrieb lösen und der Kurzschluss ist da. Mit
einem Piepser wird auf Kurzschluß geprüft zwischen Gehäusemasse und
Birnenanschluß, 25 bis 50 mV sind normal und stellen keinen Kurzschluß dar.
6. Andere Fehler: Viele Digitalisierer programmieren den Decoder vor dem Einbau. Das ist so falsch nicht weil ein geprüfter Decoder eingebaut wird. Nachteil ist, das Fleischmann, Minitrix und auch andere Hersteller oft eine Masseverbindung über z.B. eine Motorkohle haben die vergessen wird zu trennen. Die Lok läuft nach dem Umbau einwandfrei, jedoch läßt sie sich nicht mehr Auslesen oder Umprogrammieren und meldet Fehler auf dem Programmiergerät. Also müssen beide Motoranschlüsse gegen Masse geprüft werden, es darf keine Verbindung geben.
Ein weiterer Fehler ist ein loser Magnet im Motor. Diese sind werkseitig eingeklebt und können sich manchmal lösen. Die Lok fährt mal und mal nicht, je nach Lage des Magneten. Abhilfe ist festkleben des Magneten mit Sekundenkleber. Beim Decodereinbau direkt auf einen Motor ist darauf zu achten das der Rotor noch frei drehen kann, daher zwischen Decoder und Motorseiten ein Stück Postkartenkarton oder ähnliches Material aufkleben und erst darauf den Decoder.