Dampftriebwagen MCCi   Nr. 14506  von Gunter Wiencirz 20.Mai.2007
         
Beim Stöbern im Internet las ich im Wikipedia, das der ET 85 den es von Roco in N gibt eigentlich ein Umbau aus einem Dampftriebwagen MCCi ist. Nun, warum diesen ET 85 nicht zurückbauen in den MCCi um ein nicht im Handel erhältliches Fahrzeug zu besitzen. Nach einigen Überlegungen beschloss ich aus zwei ET 85 Gehäusen und einer Mintrix VT 62 Antriebseinheit einen Versuch zu wagen.
Bauanleitung: Verwendet wird ein Minitrix VT62 Untergestell, zwei Gehäuse des Roco ET85, sowie Kleinteile aus der bei jedem Modellbahner vorhandenen Bastelkiste. 

Das einzige mir bekannte Bild dieses Dampftriebwagens. Man sieht den Unterschied zum ET85 in der Fensterteilung. Dieses Problem kann man allerdings mit zwei Gehäusen lösen. ET85 hat nur zwei schmale Fenster links, dafür 6 Mittelfenster. 

Bei diesem Bild kann man  nicht ersehen ob der Wagenkasten nun genietet war oder geschweißt, da ich zwischenzeitlich noch zwei Bilder, eines mit geschweißtem Wagenkasten und eines mit genietetem  bekommen habe, (Sammlung Ostendorf) wurden die Nietreihen bei dem Roco -  Rückbau nicht weggeschliffen. 

 

 

 

Hier sieht man die beiden Roco Gehäuse und wo die Trennschnitte sitzen sollen. Dies geschieht mit einer Roco-Feinsäge mit sehr viel Zeit, oder mit einer  Proxon/Drehmel Minikreissäge die allerdings langsam laufen sollte damit die Schnittkanten nicht schmelzen und unsauber werden.  Das obere Gehäuse wird verwendet, das untere dient als Teilespender. Oben wird der schräge Führerstand direkt hinter dem ersten Fenster abgetrennt, damit zwei der vier nötigen schmalen Fenster stehen bleiben. Unten wird hinter dem zweiten Fenster und der Tür der Wagenkasten abgesägt und mit dem oberen Teil verklebt. Ich habe Sekundenkleber flexibel benutzt und damit gute Ergebnisse erzielt.

 

 

 

 

 

 

Als nächstes wird das überzählige sechste Fenster in der Mitte entfernt und dieses herausgetrennte Fenster als Packabteilfenster zurechtgeschnitten und in das letzte Fenster links eingeklebt. Die beiden Türhälften werden unter den Fenstern mit einem Papierstreifen angedeutet. Die erste Tür des Wagenkastens wird unten so geschliffen das sie als Tür nicht mehr zu erkennen ist und zusätzlich werden die Lammellen im Fenster entfernt. Das hier die Regentraufe etwas größer ausfällt muss man in Kauf nehmen.

 

 

 

 

 

 

Das Dach wird nach dem Kleben bearbeitet. Die Löcher werden zugespachtelt und das Dach bis zur markierten Stelle plan geschliffen.

 

 

 

 

 

Hier das völlig gestrippte Unterteil des Minitrix VT62. Man nimmt das zusammengeklebte Gehäuse als Maß um festzulegen wo die Ausfräsungen für die zurückspringenden Türen des Wagenkastens angezeichnet werden müssen. Beide Kopfenden werden abgeschrägt sonst passt der zulaufende Führerstand nicht. An den Seiten wird je 0,5mm abgefräst, die Tiefe der Türausfräsungen muss man ausprobieren.

 

 

 

 

Auch die beiden Gewichte werden eingesetzt, angezeichnet und passend gefräst.

 

 

 

 

 

 

 

Da soviel wie möglich vom Original Antriebsgestell verwendet werden soll kommen jetzt die beiden Platinen an die Reihe. Die untere Platine wird nur leicht an der Lokseite abgefräst damit die Tür später sitzt. Von der oberen Platine werden die Ausfräsungen wie im Bild gemacht. Aufschrauben und probieren ist die Devise. Man sieht allerdings das hier beide Enden bearbeitet werden müssen. 

 

 

 

 

 

 

Platine oben, Gewichte und Fahrgestell sind ausgefräst, die Drehgestelle eingesetzt und der Digitaldecoder aufgeklebt und verdrahtet. Beide Beleuchtungen werden beibehalten und die Lampenschächte weiß ausgemalt. Auf den erhabenen Teil in der Mitte wird ein 1mm Plättchen aus Holz oder Plastik geklebt auf dem später der Wagenkasten oben so aufliegt, das die Unterkante auf der schwarzen Verkleidung der unteren Platine aufsitzt.

 

 

 

 

Hier die Verdrahtung des DHL Decoders der ein Multiprotokolldecoder sein kann. Damit hat man der Selectrix und DCC Fraktion Genüge getan.

 

 

 

 

 

 

 

Von einer alten Lok wird der Schornstein, die Pfeife und Kleinteile eingeklebt und die Löcher für die Lüfter gebohrt. Die Lüfter lagen früher den Roco-Hechten bei und sind auch jetzt noch erhältlich. Ob die Farbgebung auf dem Dach tatsächlich so aussah oder nur eine Farbe verwendet wurde kann man aus dem Originalbild nicht genau ersehen. Ich habe angenommen es war eine Art Dachhaut links, und rechts schwarz wegen dem Qualm etc. Lackiert wird das Gehäuse auf einem zurechtgeschnittenen Stück Styrodur in dunkelgrün.

 

 

 

 

 

Die Stellprobe zeigt nun die eingeklebten Lüfter,  die aufgeklebte Laufbohle vorn, Den Reichsbahnadler und das Zuglaufschild München. Um die Sache noch etwas ansehnlicher zu machen habe ich die Kuppelstangen und Räder rot lackiert, Gattung und Betriebsnummern fehlen noch, ebenso das Sprengwerk mit Kasten unten.

 

 

 

 

 

 

Zumindest auf der Anlage des MTKB macht dieser Dampftriebwagen mit angehängtem Dampfsoundwagen eine gute Figur.