Lok und Wagenreinigung  24.Dezember.2004

Auf Grund vieler Anfragen hier ein kurzer Beitrag über die Reinigung und Schmierung von Loks, Motoren etc.

Von Proxon und anderen Zubehörherstellern für Mini-Bohrmaschinen gibt es eine Hartgummi Schleifscheiben. Diese trapezförmige Schleifscheibe enthält winzige Schleifkörner so, wie ein Tintenradiergummi. Damit kann man die Brünierung von Radlaufflächen entfernen. Diese Brünierung ist der Hauptverantwortliche für schlechten elektrischen Kontakt der Räder  mit den Schienen. Also legt man die Lok in eine " Lokliege " wie im Bild hier z.B. von Noch ( man kann so etwas auch aus Schaumstoff selber ausschneiden.) Mit einer Hand hält man an ein Räderpaar die Stromzuführung und säubert dann die laufenden Räder mit dem Radiergummi. Dabei achtet man darauf, das die Räder der Lok nicht gegen die Richtung des Gummis laufen denn dabei müsste der Lokmotor zu schwer arbeiten. 

 

 

Der Drehgestell - Schleifer einer Minitrix E-Lok. Der Achszapfen ist herausgezogen und die Stromübertragungsfeder wird vorsichtig mit dem Glashaarpinsel blank gemacht. Schleifpapier ist dafür nicht so geeignet.  Wenn man eine Messerklinge unter den Schleifer legt um ihn abzustützen kann man auch einen Tintenradiergummi benutzen. Vor dem Ausbau des Drehgestells prüft man, ob der Schleifer an der Schleiffläche ( nächstes Bild ) auch anliegt und nicht " in der Luft hängt ", denn dann muss er vorsichtig nach oben gebogen werden.

 

Das Fahrgestell der Lok mit herausgenommenem Drehgestell. Die Schleiferfläche läuft leicht schwarz an, da sie fast immer versilbert ist. Mit dem Glashaarpinsel wird sie vorsichtig blank gemacht. Ist schon das blanke Kupfer zu sehen, dann sollte man sie neu versilbern. Dazu gibt es im Handel eine Flüssigkeit die mit einem Pinsel aufgebracht wird. Nach 10 Minuten ist die Fläche blank versilbert und die Stromübertragung wieder ok.

 

 

 

 

 

 
1. Lok Reinigen: Mit SR 24 und einem Pinsel kann nach abgenommenem Oberteil die gesamte Mechanik und der Motor gesäubert werden. Anschließend mit Pressluft ausblasen. Dabei nicht die Luftdüse auf den Kollektor oder den Anker halten. Es besteht die Gefahr, das die feinen Kupferdrähte der Wicklungen am Kollektorblech durch den Luftstrom abreißen. Der Motor selber muss innen durch Verdunsten trocknen. SR 24 trocknet vollkommen matt auf.
Beste Möglichkeit: SR 24 im Ultraschall Reinigungsbad bei vorher entfernten Kohlen. Danach mit Druckluft trocken blasen.
 
 
2. Lok Reinigen: Mit Wundbenzin oder Spiritus. siehe oben. Riecht mehr, erfüllt den gleichen Zweck. Hier muss geprüft werden ob der Lack des Modells nicht angegriffen wird, denn es gibt mittlerweile Benzinempfindliche Lacke. Spiritus hinterlässt einen leichten Glanz.
 
3. Stromabnehmerfedern an den Rädern: Mit SR24 und feinem Pinsel, anschließend mit Luft durchblasen. Mit einem Zahnstocher o.ä. den Andruck der Federn vorsichtig prüfen und eventuell nachbiegen.
 
3. Stromabnehmerfedern an den Drehgestellen: Mit einem Glashaarpinsel die Kontaktflächen säubern. Federn mit SR24
 
 
4. Laufflächen der Räder reinigen. Mit SR24, oder Druckerreiniger unter Zuhilfenahme von Wattestäbchen. Wichtig ist auch das Reinigen von Plastikrädern, denn die verschmutzen besonders schnell. Die Reinigung von Lokrädern mit der Messingbürste von Trix sollte nur bei Brandflecken auf den Laufflächen oder bei stark brünierten Rädern zur besseren Stromübertragung erfolgen. Auf alle Fälle müssen diese Flecken weg und wenn es sein muss, mit Roco-Rubber.
 
 
5. Schienen reinigen: Beste Möglichkeit mit dem Reinigungsflies von Jörger oder mit Filzpad welches mit Wundbenzin getränkt ist. Anschließend mit trockenem Filz nachreiben. Weichen nicht gegen die Zungen und gegen die Herzstückspitzen reinigen.     schlechteste Möglichkeit mit dem Roco-Rubber, da sich hier Riefen bilden, welche noch schneller verschmutzen.
 
6. Ölen Motorlager:  Waffenöl aus dem Sportartikelhandel. Siliconöl in Spraydosen von Aldi oder im Fahrradhandel. Spezialöl vom Uhrmacher.
 
 
 
 
 
 
 
7. Schmieren Schnecken: Trixfett nur an die Schnecke, oder ROBBE Teflon Präzisionsfett  Nr. 5532 von Conrad für Schnecken.
8. Zahnräder Messing: Teflon-Präzisionsfett aber nur minimal.
 
 
 
 
 
 
 
9. Zahnräder Kunststoff: Nach Möglichkeit gar nicht.
 
10. Spitzenlager von Wagen: Molycote Graphitöl, damit wird der Verschleiß der Kunststofflager extrem gesenkt und sie laufen nicht mehr so ein.
Lok-Öl und Lok-Fett von Dr. Tillwich
zu erhalten z.B. bei Werkzeuge Fohrmann
 
 
Bei allen Arbeiten gilt: Weniger ist mehr. Alles was zuviel ist wird in der Gegend herumgeschleudert und verschmutzt im günstigsten Falle nur die Schienen. Von totgeölten Motoren will ich gar nicht reden.
Wer das Lokgehäuse  zum Reinigen sowieso abgenommen hat, der kann auch gleich den Lampenschacht, oder den Birnenhintergrund  mit weißer Farbe auslegen. Das Licht im Digitalbetrieb wird heller.