Tipps zum Reinigen und reparieren von Spur N-Motoren  12.01.2005     
 
Wenn der Kollektor eines Motors sehr verdreckt ist hilft eine Reinigung, nur wie ist manchmal die Frage. Was kann man reinigen und wie, soll hier besprochen werden. Ein N-Motor kann bedenkenlos nach Entfernen der Kohlen in SR 24 Reinigungsflüssigkeit gelegt werden. Die Kupferbleche werden mit einem Schulmalpinsel in dieser Flüssigkeit gesäubert.  Anschließend wird er mit Luft trockengeblasen. 

Der Fleischmann Motor. Dies ist ein sehr zuverlässiger und leiser Motor. Man kann ihn leicht zerlegen, wenn alles andere nicht mehr hilft. Dazu benötigt man ein Skalpell oder Bastlermesser. Zuerst wird die Schnecke, die fast immer aus Plastikmaterial besteht, mit der Hand abgezogen. Bei zwei Schnecken diejenige welche an den Motorkohlen sitzt. Die Motorkohlehalterungen  werden mit Federn und Kohlen entfernt. Dann wird eine Messerklinge unter das Ende eines U-Schenkels geschoben und dieser aus dem runden Plastikpin der Kohlehalterung ausgehakt, ohne das Metall aufzubiegen, dann der zweite ebenfalls ausgerastet und der Plastik-Kohlehalter von der Welle abgezogen. Nun kann man den Rotor herausziehen. Bei Fleischmann N-Motoren passiert es manchmal, das einer der Magnete nicht mehr fest im U-Schenkel sitzt. Dies äußert sich in einem hakeligen, oder schweren Lauf des Motors. Diese Magnete kann man mit Sekundenkleber wieder im Schlitz des U-Trägers festkleben, so, das ein winziger Luftspalt zwischen Magnet und Rotor vorhanden ist.

Mit einem Glashaarpinsel kann man nun hervorragend die Kupferflächen reinigen, ohne Riefen zu hinterlassen. Die drei Schlitze müssen sauber sein. Vor dem Wiedereinbau kommt eine Nadelspitze öl an jedes Wellenende. Die Plastikhalterung rastet beim Zusammenbau von allein wieder im U-Träger ein. Achtung: Wenn kleine Scheibchen auf den Wellenenden  sitzen müssen diese wieder mit eingebaut werden um zuviel Längsspiel der Welle zu vermeiden. Leichter Rost am Eisenkern kann ebenfalls mit 800er Schleifpapier entfernt werden.
 
 
 
 

 

 
Manchmal läuft der Motor nur an, nachdem man ihn angestoßen hat. Dies lässt auf einen abgerissenen Draht der Wicklung schließen. Mit einer Lupe kontrollieren, ob jeweils zwei Drähtchen an jedem Lötpin angelötet sind. Wenn einer in der Luft hängt, dann lötet man ihn wieder an der abgerissenen Stelle an. Dazu kann man  eine Windung abwickeln, wenn der Draht zu kurz geworden ist, um ihn anzulöten. Ist eine Wicklung verbrannt, kann man diese neu wickeln indem man erst abwickelt und die Windungen zählt, und dann mit Kupferlackdraht von z.B. Conrad in gleicher Dicke die gleiche Anzahl Windungen wieder draufwickelt. Diese Arbeit lohnt sich nur bei einem Motor, den es als Ersatz nicht mehr zu kaufen gibt. Ausbauen eines verbrannten Rotors und Ersatz aus einem noch erhältlichen Motor geht auch, sogar wenn der Ersatzmotor zwei Wellenenden mit Schnecken hat und nur ein Wellenende benötigt wird. Das andere Ende wird mit einer Minitrennscheibe abgelängt. Dabei trennt man wegen der Hitzeentwicklung die Welle nicht auf einmal durch, sondern in 4 oder 5 Gängen mit Abkühlungspausen, sonst schmilzt das Plastik der Wicklungen
 
 

 

_______________________________________________________________________

Der Minitrixmotor: Zuverlässig, aber laut im Lauf. Die Schnecke bekommt man nur mit einem Hilfswerkzeug ab. Siehe unten.
 
 

 

Reinigen der Kupferbleche geht auch in zusammengebautem Zustand mit dem Glashaarpinsel durch die beiden Öffnungen. Dies ist allerdings eine "Zweimannarbeit" wenn man den Motor nicht fixieren kann. Pinsel in die Öffnung auf das Kupfer drücken und an der Schnecke drehen ( wer hält jetzt den Motor ?? ) Auch hier müssen die Schlitze wieder frei sein. Dies kann man bei diesem Motor mit einem spitzen Hartholzstäbchen machen. Wenn man dazu einen Uhrmacherschraubenzieher nimmt, wie in manchen Foren geraten wird, dann gibt es an den Blechen einen leichten Grat der wie ein Hobel die Kohlen in kurzer Zeit zu Staub verarbeitet. Einfacher ist es, Kohlen und Zubehör ausbauen, und Kohlehalterung abziehen ( siehe Bild  weiter unten.)
 
 

 

 
Der Minitrixmotor hat zwei weitere Stellen welche sauber gehalten werden sollen. Unter dem Kohleblech mit Glashaarpinsel reinigen und durch den viereckigen Kohlehalter einen dicken Leinenfaden ziehen um ihn zu säubern. Ist die Bronze-Andruckfeder schon blau angelaufen, so gilt für alle Motore: Austauschen, denn die Federkraft lässt dadurch nach und die Kohlen werden nicht mehr angedrückt.
 
 
 
 
 
Die schwarze Kunststoff Kohlehalterung kann man über die Schnecke hinweg abziehen. Dadurch lässt sich der Kollektor besser reinigen. Beim späteren Aufschieben die zwei kleinen Nasen beachten welche gegen ein Verdrehen gedacht sind.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Auch den Minitrixmotor kann man im Notfall auseinanderbauen. Dazu benötigt man ein Werkzeug um die Schnecke von der Welle zu bekommen ( siehe nächstes Bild als eine Möglichkeit ) Ist die Schnecke entfernt, so biegt man vorsichtig die vier Blechlaschen an der tiefergedrückten Seite hoch.  ( Siehe Pfeile ) Dies geht mit einem Uhrmacher Schraubenzieher hervorragend. Dann kann man  Plastik-Kohlenhalter und Magnethalter trennen. Achtung: Auf dem Lagerschild an der Schneckenseite ist eine Markierung ( Punkt ) damit man beim Zusammenbau das Ganze nicht um 180 Grad verdreht einbaut markiert man sich den Magnethalter ebenfalls.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ein selbstgefertigter Halter, die Schnecke liegt oben, die Welle im Schlitz, der Motor hängt unten. Das Ganze legt man über einen Hartholzklotz mit Einschnitt für den Motor und klopft mit einem Durchschlag die Welle nach unten heraus. Da die Welle hinten am Motor immer ca. 1mm herausschaut kann man die Schnecke mit einem Hartholz wieder später aufsetzen ohne sie zu verformen.